Das Haar

Unser Haar ist zwar totes Gewebe, pflegen müssen wir es aber dennoch.
Durch thermische (Fön, Glätteisen), mechanische (Bürste, Kamm) und chemische (Haarfarben, Blondierungen) Reize, können die Haare auf Dauer ohne die richtige Pflege schnell ausgelaugt, spröde und stumpf aussehen.

Um zu verstehen, wieso man deshalb nicht nur mit einem günstigen Shampoo und Wasser pflegen sollte, wird hier nun erklärt.

Links: Die Schuppenränder liegen flach an, das Haar ist gesund und glänzt.
Rechts: Die Schuppenränder stehen ab, das Haar wirkt matt und stumpf.

Eine, für die Pflege, wichtige Haarschicht ist die sog, Schuppenschicht.
Sie besteht aus verhornten und abgeflachten Zellen, von denen (z.B. mit einem Rasterelektronenmicroskop) nur die Schuppenränder zu sehen sind.
Sind die Haare gesund und richtig gepflegt, so liegen diese Schuppenränder sehr flach am Haar an und das Licht kann optimal reflektiert werden.
Sind die Ränder beansprucht, so streut das reflektierende Licht und das Haar empfinden wir als spröde und stumpf.
Reflektiert das Licht dagegen bei anliegenden Ränder gebündelt, so glänzt das Haar.

Ein weiteres Haarproblem ist der Spliss.
Dabei spalten sich die Haarspitzen gegen die Wuchsrichtung, weil die Schuppen sich Schicht für Schicht lösen.
In der Regel tritt Spliss nur bei längeren Haaren auf, z.B. durch Reibung, wenn sie schulterlang sind.
Da die, sich im Haar befindenden, Fasern nun frei liegen, fallen auch die Pigmente aus dem Haar und es wird dort heller.
Ist es soweit gekommen, deutet dies auf falsche oder kaum Pflege hin.
Wenn man sie nun pflegen möchte, so sollte dies vorsichtig passieren, da das Haar durch die beanspruchte Schuppenschicht jetzt sehr empfindlich ist.

Manchmal mag man auch das Gefühl haben, dass die Haare einfach nicht weiterwachsen wollen. Ein Grund dafür könnten sowohl der Haarbruch als auch Spliss sein.
Das Haar ist dann so sehr ausgelaugt, dass es einfach abbricht.
Im schlimmsten Fall wächst es 1cm/Monat, wärend unten 1cm abbricht.
Die Haardichte im Bereich der Spitzen wird dann minimiert, es sieht dünn und fransig aus.

 

  Vorbeugen
                                                       

Nicht nur trockene Haare und Spliss sind ein Problem.
Auch fettiges, feines/dünnes Haar können einen unzufrieden stimmen.

  1. Um allgemein Spliss vorzubeugen, sollte neben der Pflege auch immer ein regelmäßiger Friseurbesuch eingeplant sein.
    Das Haar wächst ca. 1cm/Monat.
    Man sollte also mindestens alle 2 Monate einmal die Spitzen schneiden lassen.

     
  2. Trockenem, sprödem oder stumpfem Haar fehlt es an Feuchtigkeit. Deshalb sollte man dem Haar erstmal die Feuchtigkeit wiedergeben, die man ihm genommen hat. Dies kann man mit Proteinen angereicherten Feuchtigkeitssprays erreichen, die nicht mehr ausgewaschen werden müssen, oder man nutzt spezielle Kuren und Spülungen die trockenem Haar entgegen wirken.

    Auf Fönhitze sollte möglichst oft verzichtet werden, sie trocknet die Haare noch mehr aus.

    Beim Haarewaschen sollte ebenso auf zu heißes Wasser verzichtet werden (nicht kalt waschen, so kann der Schmutz nicht vom Haar entfernt werden). Nach der Haarwäsche kann man das Haar nochmals kalt nachspülen, damit die Schuppenschicht sich wieder "zusammenzieht".

    Eine gesunde Ernährung kann bei dem nachwachsenden Haaren auch gegen Trockenheit vorbeugen.

    Auf Dauerwellen oder Farbbehandlungen sollte eine geraume Zeit verzichtet werden, da sie die Haarstruktur noch stärker zerstören kann, als es sowieso schon der Fall ist.
    Wenn man nicht auf das Färben verzichten möchte, so sollte man wenigstens auf Pflanzenfarbe zurück greifen (Pflanzenfarbe kann nicht zum aufhellen verwendet werden).
    Die darin enthaltene Gerbsäure tut dem Haar sehr gut und kräftigt es.

    Eine einfache Methode die Haare nach und nach wieder geschmeidig zu bekommen, ist eine Ölkur (an Tagen, an denen man viel Zeit hat - noch besser aber über Nacht).
    Das Oliven- oder Rapsöl aus der Küche tut auch den Haaren gut.
    Man massiert es einfach ins feuchte Haar (Längen und Spitzen) und lässt es einwirken.
    Das Auswaschen gestaltet sich etwas mühsam, da Öl sich hartnäckig in den Haaren hält. Bei regelmäßiger Anwendung sorgt es aber für schönes glänzendes und weiches Haar, da das Öl die Feuchtigkeit im Haar durch eine Art Versiegelung hält.

     
  3. Fettige Haare sind bei vielen Menschen nicht nur in der Pubertät eine lästige Angelegenheit.
    Wärend der Pubertät sind hauptsächliche die Hormone Schuld an der übermäßigen Talgproduktion.
    Sollten die Haare auch nach der hormonellen Umstellung übermäßig fettig und strähnig sein, so müsste man das mit dem Frauenarzt klären, denn auch die Anti-Babypille kann Schuld sein.

    Menschen mit feinem Haar leiden allerdings auch darüber hinaus noch darunter.
    Da an jedem Haar auch eine Talgdrüse hängt und man mit feinem Haar mehr Einzelhaare besitzt als Andere, produzieren die Drüsen natürlich auch wesentlich mehr.
    Man sollte deshalb auf Kurzhaarschnitte, Dauerwellen oder zumindest antoupierte Frisuren zurück greifen, diese verhindern die rasche Fettaufnahme (Kapillareffekt - das Fett wandert zwischen den Hohlräumen der Haare von der Kopfhaut zur Haarspitze).

    Ständiges Greifen ins Haar oder das Kämmen verteilt den Talg zusätzlich noch schneller.

    Kämme und Bürsten sollten öfters gereinigt werden.
    Den Talg den man zuvor noch mit der Bürste im Haar verteilt hat, hängt nun auch daran und wird bei der nächsten Benutzung eventuell sogar in das frisch gewaschene Haar zurückgekämmt.

    Nach dem Waschen sollte man, wie bei trockenem Haar auf starke Fönhitze verzichten (im Idealfall kalt fönen).
    Das verteilt den Talg ebenso schnell im Haar wie das ständige Bürsten und Hineingreifen.

    Bei den verwendeten Styling- und Pflegeprodukten sollte man darauf achten, dass nicht zusätzliche Stoffe enthalten sind, die eine fettende Wirkung haben.

    Durch Trockenshampoos kann man durchaus mal einen Tag rausholen.
    Das feine Puder in diesem Produkt saugt regelrecht das Fett auf und lässt das Haar frisch gewaschen aussehen.
    Man sollte dabei aber bedenken, dass diese Methode nicht die Haarwäsche ersetzt!

     
  4. Silikone sind eigentlich grundsätzlich nicht gut für das Haar.
    Trotzdem verwenden sie noch viele Firmen für ihre Produkte.

    Ein Punkt wird wohl sein, dass sie wesentlich günstiger sind, als vergleichbare Inhaltsstoffe, die den selben Effekt hätten, aber nicht so schlecht für das Haar wären.

    Die meisten Silikone findet man in Spülungen und Hitzeschutzmitteln.
    Sie machen das Haar erst wunderschön glatt und seidig, können später dann aber stumpf und matt werden.
    Bei jeder Nutzung legt sich eine Silikonschicht nach der anderen um das Haar, die nur sehr schwer wieder zu entfernen ist.

    Für die Kopfhaut sind sie eben so wenig gut, wie für das Haar.

    Man unterscheidet zwischen:

    wasserlöslichen Silikonen: z.B. Trideceth-12, Dimethicone Copolyo, Cetrimonium Chloride, Dimethicone copolyol, Hydroxypropyl, Polysiloxane, Lauryl methicone copolyol


    bedingt wasserlöslichen Silikonen: z.B. Amodimethicone, Behenoxy Dimethicone, Stearoxy Dimethicone

    nicht wasserlöslichen Silikonen: z.B. Cetearyl methicone, Cetyl Dimethicone, Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Dimethicone, Dimethiconol, Stearyl Dimethicone, Trimethylsilylamodimethicone

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


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